Menschenrechte sind an der Pforte abzugeben

Zu sehen ist hier ein Auszug aus einem sog. Beratungsvermerk meines Jobcenters. Diese Vermerke, die mein Arbeitsvermittler 50+ nachdem ich gegangen bin als eine Art Gedächtnisprotokoll zu den Akten gibt, lasse ich mir immer in Abschrift zuschicken. Darauf besteht nebenbei bemerkt ein Rechtsanspruch und sollte jede/r wahrnehmen.

Gerade auch, da ich in der Vergangenheit wiederholt feststellen musste, dass die Damen und Herren in meinem Jobcenter erhebliche Gedächtnislücken aufgewiesen haben und diese zum Teil mit völlig falschen Angaben und eigenen Interpretationen aufgefüllt in die Vermerke haben einfließen lassen. Seitdem ich eine Abschrift erhalte hat sich dieser Mangel nachhaltig gebessert.

Betrachten wir uns den Auszug aus dem Beratungsvermerk etwas näher stellen wir fest, dass es meinen Arbeitsvermittler 50+ ganz offensichtlich nicht darum geht mich bei „Bewerbungsverfahren zu unterstützen“, sondern darum das er mir versteckt damit droht mich in eine diesbezügliche Maßnahme zu stecken um mich damit zu maßregeln.

Denn das es bei meinen Bewerbungsschreiben weder stilistisch- noch grammatikalisch etwas zu bemängeln gibt, weiß der gute Mann ganz genau. Davon konnte er sich anhand diverser Widersprüche und Klageschriften die er gelesen hat selbst überzeugen.

Eine andere politische Überzeugung als die der Täter zählt in diesem menschenunwürdigen Hartz IV System nicht. Lapidar wird festgestellt, dass ich nach SGB II zu einem positiven Bewerbungsverfahren verpflichtet sei. Das dieses SGB II auch nur auf einer politischen Überzeugung basiert – noch dazu auf einer grundgesetzwidrigen – shit happens. Meine Frage, welche Kriterien denn erfüllt sein müssten, um ein positives Bewerbungsverfahren abzuschließen, blieb ebenso unbeantwortet, wie meine Bitte an einen Richter vor dem SG, ob er mir das entsprechende Gesetz benennen könnte, welches seine Aussage: „Es ist allgemein bekannt, dass Menschen über 50 einer besonderen Betreuung bedürfen“ rechtssicher untermauert. Das sich dieser Satz später im Sitzungsprotokoll nicht wiederfand, ist eindeutiger Beleg dafür, dass der verehrte Herr Richter lediglich seine persönliche Meinung zum Ausdruck brachte… im Grunde genommen, kommt dies einer Vorverurteilung gleich.

Die Zuweisung in eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung wird spätestens im nächsten die EGV ersetzenden VA mit aufgenommen, da bin ich mir sicher. Denn genau so wie sich meine politische Einstellung nicht ändern wird, was die Vermittlung in prekäre Arbeitsverhältnisse und in Zeitarbeit angeht, wird sich die gesetzlich legitimierte Staatsgewalt, hier stellvertretend durch die Jobcenter, nicht davon abhalten lassen lieber einem Maßnahmeträger zig- hundert Euro monatlich nur dafür in den Rachen zu werfen, um mich gefügig zu machen und in ein menschenverachtendes System zu pressen.

Das dies nicht nicht so einfach mal eben mit einer Maßnahme gelingt, ist denen auch klar. Aber mittels menschlich- logischen Verstand ist dieses Drangsalierungsinstrumentarium schon lange nicht mehr zu begreifen.

Gesetze – und sind sie auch für jeden ersichtlich falsch – folgen Gesetzmäßigkeiten. In meinem Falle bedeutet dies, „mangelhafte“ Bewerbungen generieren Maßnahmen. Verweigerung generiert Sanktionen. Das bei allem dahinter auch Menschen stehen, nämlich die, die auf der einen Seite die Gesetze exekutieren, auf der anderen Seite die, die es in ihrer Existenz vernichten könnte, dafür haben Gesetze kein eingebautes Gewissen um dies verhindern zu können. Gewissen haben nur Menschen.

Und wenn Menschen ihr Gewissen Gesetzen unterordnen, was sind sie dann noch?

Bestenfalls mutwillige Steuerverschwender, wie an obigem Beispiel zu sehen ist.

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